26. April

Jambo!

 

Viel ist passiert seit Anfang dieses Monats. Wir machten uns auf nach Arusha in Tanzania und zum Mount Meru. Drei Tage lang haben wir den Berg bezwungen. Der erste Tag lief ganz freundlich an. Wir wanderten durch eine Ebene, sahen Büffel, Zebras und Warzenschweine. Aber dann stieg plötzlich der Weg an und wir kamen ganz schön aus der Puste. Wir mussten pro Tag schliesslich 1000 Höhenmeter machen. Trotzdem sahen wir auf dem beschwerlichen Weg hoch noch eine Menge Giraffen. Am späten Nachmittag kamen wir dann auf der ersten Hütte an. Durch die Anstrengung haben wir ziemlich gefroren, aber auf den Hütten gab es nur kaltes Bergwasser zum Duschen und keine Heizung. Gut, dass wir so viele warme Sachen dabei hatten!

 

Am morgen des zweiten Tages sagte ich zu Niklas: Wahrscheinlich wäre es leichter, wenn wir Treppen gingen. Mein Wunsch war dem Berg Befehl und wir liefen 4 Std lang Treppenstufen bergauf. Die Landschaft war wunderschön mit dem Blick ins Tal und dem Regenwald um uns herum, doch meistens hatte man keine Augen dafür und musste sich voll und ganz aufs Laufen konzentrieren. Auf der zweiten und letzten Hütte kamen wir gegen Mittag an. Nach dem Essen machten wir uns direkt wieder auf, um auf den little Meru, also die zweite, kleinere Spitze des Berges zu steigen. Gegen 6 Uhr abends waren wir wieder zurück und fielen todmüde ins Bett - nur um um Mitternacht wieder auszustehen, um den Marsch zum Gipfel zu beginnen.

Um der Sache einen Dämpfer zu geben, begann es sofort nach unserem Start gehörig zu regnen. Das machte uns ziemlich nass und den Gipfel voller Schnee. Dies veranlasste unseren schneeunerprobten Ranger zu dem Verlangen, umzukehren. Letztenendes sind wir dann doch die 6 Std den Gipfel rauf geklettert. Das Wort klettern muss hier wörtlich genommen werden, zusammen mit rutschen und schlittern wegen des ganzen Schnees. Wir kamen um 6 Uhr, pünktlich zum Sonnenaufgang und total erledigt auf dem Gipfel an. Aber den Ausblick hat es allemal gelohnt: Die Sonne hinter dem wolkenbehangenen Kilimadscharo, der lange Grad, der wir gekommen waren, die 2000 m tiefe Steilwand und der Vulkankrater ganz tief unten. Man konnte sogar einen erkalteten Lavafluss sehen. Oben packte Niklas sein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk aus und alle freuten wich über wirklich nötige Schokotörtchen und Cidre. Der Rückweg eröffnete dann die ganze Pracht, die wir auf dem Hinweg wegen der Dunkelheit nicht sehen konnten. Aber auch hier brauchten wir 4 1/2 Stunden und das letzte Stück war sehr anstrengend. Auf der Hütte angekommen gab es Mittagessen - es war mittlerweile halb 12 - eine Std im Tiefschlaf und danach der Rückweg. Dieser war für mich persönlich der schlimmste Teil unserer Tour. Die Beine schmerzten bei jedem Schritt. Auf der ersten Hütte wurden wir dann aufgrund einer kleinen List im Sinne aller von einem Jeep abgeholt. Auf dem Weg nach unten gab es noch eine kleine Sightseeingtour mit malerischen Wasserfällen und riesigen Bäumen, die in der Mitte ein Loch haben.

Mit einer unfreiwilligen Übernachtung mehr an der Grenze zurück nach Kenia kamen wir ein paar Tage später wieder glücklich in  Ukunda an. Es hatte sich in dieser Zeit einiges an der Schule getan: Die Küche und der Essbereich wurden neu gemacht, es gibt neue Waschbecken und ein Moringabaumprojekt sowie ein Seminar zu effektiven Mikroorganismen fanden statt. Ein paar Tage später kehrten wir Ukunda endgültig den Rücken zu und machten uns auf zu Phillip nach Mombasa. Der Couchsurfer stellte uns einem Haufen seiner Freunde vor und war immer auf Achse. Frisch befördert musste er zwar am Wochenende arbeiten, aber dennoch verbrachten wir eine tolle Zeit mit ihm. Mit dem Zug fuhren wir dann weiter nach Nairobi. Es war ein Nachtzug im kolonialstil und am Morgen konnte man aus dem Fenster Tiere beobachten. In Nairobi blieben wir bei Lena und Ari, zwei Amerikaner, die für ein Jahr beruflich nach Nairobi gekommen waren. Die Stadt hat längst nicht so viel zu bieten wie Nairobi und schon garnicht wie eine europäische Stadt, aber wir vertrieben und sehr gut die Zeit. Morgen geht es nun weiter in den Nirden des Landes, wo nichts ist außer den alten Stämmen und dem wunderschönen Lake Turkana.

 

Kwaheri

Sabeth

07. April

Der Abschied ist da. In unseren letzten Tagen haben wir unseren Ofen nocheinmal ein wenig umstrukturiert, jetzt funktioniert er einwandfrei. Das Brot daraus ist sehr lecker! Mittlerweile sind wir die einzigen 2 verbliebenen Volontäre im Haus, denn Josi und Marita sind gestern abgereist und Eva ist momentan mit Christina und Klaus auf Reisen. Die Verabschiedung war sehr rührend, die Kinder haben getanzt und gesungen und wir mussten mitmachen. Wir wurden mit Tüchern verkleidet, damit wir wenigstens ein bisschen afrikanisch aussehen. Die Jungs haben sogar einen eigenen Rap geschrieben, den sie dann mit Trommeln und Choreographie vorgetragen haben. Auch die Dramaclass hat die kleine Versammlung genutzt und zum ersten Mal vor Publikum aufzuführen - als eine Art Generalprobe für den Closingday. Dieser wurde leider nach hinten verschoben, weshalb wir leider dann nicht mehr da sind.

Am Dienstag geht es für uns los nach Mombasa und von dort aus mit dem Bus nach Arusha. Gemeinsam mit Ernest, unserem coolen Bergführer, steigen wir auf den Mount Meru, über 5000 Höhenmeter, mit erkaltetem Lavafluss und hoffentlich langhaarigen Griaffen. An Niklas Geburtstag, dem 14. April, sind wir dann auf der Spitze angekommen und freuen uns. Natürlich werden wir euch auch von da berichten.

Die Straßen haben hier ja grundsätzlich keine Namen, aber durch unsere supertollen Straßenschilder liegt unsere Schule jetzt Ecke Montessori Avenue - Ua la Uhai Street. Es wird nicht lange dauern, bis sich diese Namen eingebürgert haben, denn was geschrieben steht, ist hier Wahrheit. Ansonsten haben wir unsere letzte Woche hier auch für Urlaub genutzt. Man glaubt garnicht, wie wenig man den Strand zu Gesicht bekommt, wenn man die Woche über arbeitet, und am Wochenende eigentlich auch immer. So haben wir eine Liste gemacht mit Dingen, die wir hier noch tun wollen - sie ist beachtlich lang geworden. Und so haben wir Tage in Hotelanlagen verbracht, waren am Strand, sind lecker Essen gegangen und haben unsere letzte Woche genossen und einfach mal Urlaub gemacht.

Achja: für diejenigen, die immernoch ein Frisurfoto wollen (die mittlerweile leider schon wieder raus ist), voilà:

20. März

Jambo!

Sisi tunajifunza Kiswahili siku kali. Wir lernen mittlerweile jeden Tag Kiswahili. Während einer unserer zahlreichen Einkaufstouren durch Ukunda für unseren Ofen fanden wir eine Sprachschule, die neben Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch für die Einheimischen auch Kiswahili anbieten. Wir lernten bei unseren Nachfragen Douglas kennen, einLehrer, der nach der Schule noch in der Sprachunterricht gibt. Für die restliche Zeit hier lernen wir also täglich jeden Abend eine Stunde Swahili. Mittlerweile - wir haben schon seit einer Woche Unterricht - können wir komplette Sätze in allen Zeiten inklusive Adjektive und Adverben bilden. Allerdings müssen wir noch so ziemlich jede Vokabel nachschaun.

Jakob und Sofia sind schon lange abgereist, dafür haben wir zwei neue Volontäre, Eva, eine Kunststudentin aus Halle, und Marita. Auch Bea, die ja schon einmal hier war während unserer Zeit als Volontäre, ist mit einer Freundin wieder hier. Mit Eva haben wir nun ein Kunstprojekt für die Kinder gestartet. Gemeinsam mit einem Schnitzer, einem Töpfer und einer bekannten kenianischen Malerin, die schon viele Projekte mit behinderten Kindern betreut hat, wird jeden Tag nach der Schule fleißig an veschiedensten Kunstwerken gewerkelt. Ich habe mit Felistas gesprochen, die schon einmal einen Schülerchor geleitet hat, um diesen wieder ins Leben zu rufen. Die Theaterklasse übt ganz fleißig und bringt schon Kostüme für den Auftritt mit. Marita und Josi geben Handarbeitsstunden und wir haben begonnen, den Deutschunterricht auch für die Klasse 8 in den Kreativstunden zu geben.

Der Ofen ist mittlerweile fertig.

Mit Spendengeldern von Josis Verwandten wurden für jeweils 4-5 Kinder pro Klasse neue Schulschuhe gekauft. Da zu der Uniform schwarze Schuhe getragen werden müssen, sehen bei einigen Kindern die Gebilde an deren Füßen schon nicht mehr nach Schuhen aus, weil sich die Familien keine Neuen leisten können. Bei Irene im Office gibt es nun Schuhcreme und Bürsten, so können die Kinder lernen, wie man Schuhe richtig putzt und in Schuss hält.

Christabel, die Koordinatorin der Kindergartenklassen, hat endlich ihr Baby bekommen. Laurence ist mittlerweile stolze 1 1/2 Wochen alt. Morgen werden wir die beiden gemeinsam mit Irene besuchen gehen. Fatuma, ein Mädchen der Klasse 6, hat sich beim Sportunterricht den Oberschenkel gebrochen. Im Krankenhaus sagte man uns, dass sie als Baby vom Bett gefallen sei und sich schon damals das Bein gebrochen habe. Scheinbar wusste die Mutter aber nichts davon, jedenfalls ist das Bein damals mit gehöriger Fehlstellung wieder zusammengewachsen und nun wieder an der selben Stelle gebrochen. Sie muss nun für 6 lange Wochen im Krankenhaus bleiben, denn die Behandlungsmethiden sind zwar prinzipiell richtig und auch berechtigt, würden in Deutschland aber heutzutage nicht mehr angewandt werden: da die Knochen beim Bruch nebeneinander gerutscht sind, müssen sie nun, mit Klebeband um den Unterschenkel und Gewichten,wieder auseinandergezogen werden. Wir hoffen,es geht Fatuma bald wieder besser.

 

Kwaherini!

01. März

Über das verlängerte Wochenende der Midtermferien haben wir gemeinsam mit Jakob, Josi und Sofia ein Lerncamp organisiert. Da die Klassen 4 bis 8 nach den Ferien ihre Prüfungen schreiben mussten, hatten se während des Vormittags mit ihren Lehrern Nachhol- und Wiederauffrischungsstunden. Währenddessen kümmerten wir uns um die Lernschwächeren Kinder der Klassen 1-3, circa 18 Kinder, die wir von den Lehrern zugewiesen bekommen hatten. Niklas und ich kümmerten uns um den Großteil, der massive Probleme im Englischen hatten, sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben und Buchstabieren. Gleichzeitig übten Josi und Sofia mit den Übrigen Addition und Subtraktion. Nach der Mittagspause waren dann die höheren Klassen dran, die ebenfalls vor allem in Mathe Nachholbedarf hatten. Hier unterrichteten wir aber alle Klassen vollständig. So machen wir mit den Kindern Rechenspiele und -übungen. Wir versuchten sie so zu gestalten, dass sie dabei spielerisch lernten und sich nicht wie im Frontalunterricht der Lehrer fühlten. Es machte uns allen viel Spaß und Josi rundete den Unterricht mit einer anschließenden Aerobicstunde ab, während der mir die afrikanischen Kinder vernünftiges Tanzen beibrachten, denn das können wir Europäer scheinbar garnicht. Nach Ende der Unterrichtsreihe wurde ich dann auf einen Stuhl verfrachtet und wurde neu frisiert. Als ich fertig war, hatte ich wunderschöne Rastazöpfe. :)

So ähnlich liefen auch die weiteren Tage des Camps ab. Am Samstag und Montag hatten wir allerdings noch zusätzlich einen Strandtag für die Klassen 6-8 organisiert. Obwohl die Kinder hier nur ein paar Minuten von Strand entfernt wohnen, gehen sie oder ihre Familien so gut wie nie zum Strand. Kein einziges Kind hier kann schimmen und die meisten haben viel Angst, den Boden unter den Füßen zu verlieren oder auch nur bis zum Hals im Wasser zu sein. Trotz alledem hatten die Kinder einen Heidenspaß im Wasser. Wir waren ihre Schwimmboojen und mussten sie dann im Wasser herumziehen oder ihnen etwas vortauchen. Zwischendrin gab es dann Ananassaft und Kekse zur Stärkung. Schon während des Ausflugs wurden wir bestürmt, wann denn der nächste sei. Am Ende des Tages hatten wir Mühe, alle aus dem Wasser zu kriegen, so sehr wollten sie bleiben.

Nach den Ferien hatten wir mehr Ruhe als sonst, denn die Examen wurden geschrieben. Wir nutzten die Zeit und besuchten eine andere Schule in Ukunda mit etwa 1600 Schülern, eine etwas größere Zahl als unsere knapp 300 Kinder. Aber eben diese große Zahl war auch das Problem. Die Schule war eine staatliche und hatte somit nur 36 Lehrer für die gesamte Schule, die Klassen hatten 100 Schüler im Schnitt. Der Rektor hießuns willkommen und führte uns ein wenig herum.

Außerdem wurde der Plan, einen Ofen zu bauen, endlich Realität. Nun hatten wir Zeit für die Planung und Ausarbeitung des Ofenprojekts. Die Menschen hier backen kein eigenes Brot und das einzige brotähnliche ist Toast. Die Idee hinter dem Ofen ist, den Frauen des Dorfes das Brotbacken beizubringen, damit sie ihr eigenes backen können und anschließend an die Shops zu verkaufen. Das Projekt schreitet gut voran und wir sind jeden Tag voll dmit beschäftigt, den Bau zu vollenden. Genaueres über Planung, Durführung und Fortschritt könnt ihr in den Projekten unter 'Der Steinofen' nachlesen.

Mit den Instrumenten, die wir als Spenden bekommen haben, geben wir außerdem Flötenunterricht. Die Noten werden gelernt, erste Lieder gespielt, und wer weiß, vielleicht sind wir schon zum Closing Day bereit für einen Auftritt. Die Kinder sind hellauf begeistert und lernen mit Elan. Ebenso werden an der Schule Keyboardstunden gegeben.

Da Jakob und Sofia bald wieder fahren, unternahmen wir mit ihnen außerdem ein paar Ausflüge. So gingen wir Sonntags am Korallenriff schnorcheln und sahen viele bunte Fische und riesige, runde, Korallenbälle. Wir besuchten mit Christina den Sacred Forest, der heilige Wald der Geister der einheimischen Stämme mit uralten und einzigartigen Pflanzenarten, und Hans von Lösch am Mwazaro Beach, der uns mit seiner beeindruckenden Lebensgeschichte in seinen Bann zog.

Heute werden wir die Betonplatte des Ofens gießen, bevor uns Jakob und Sofia am Freitagmorgen verlassen.

15. Februar

Hier wieder mal ein Briefing über unser Leben in Afrika. Nachdem wir Marlene verabschiedet hatten, haben wir uns aufgemacht um die Nachhilfe zu organisieren. Das hat leider nicht so toll geklappt. Es war ein ziemliches Chaos, in dem die Kinder aus dem Unterricht geholt wurden, allerdings wusste niemand so recht wann. Letztenendes haben wir die Nachhilfe Aktion abgebrochen und organisieren sie jetzt in den Halbterm-Ferien neu.
Während der letzten Wochen waren auch noch Petra und Günter in der Schule, zwei Journalisten, die einen ganzen Tag lang gefilmt haben für Sequezen für den Verein abzudrehen. Außerdem wollen die einen Bericht über uns zusammenschneiden und an die Lokalzeit Aachen verkaufen. Wann der Clip ausgestrahlt wird, lassen wir euch rechtzeitig wissen.
Mit den Reportern und noch vielen anderen Freunden waren wir Dienstag im 40 Thieves und haben am Quiz teilgenommen. Es war ein lustiger Abend bei Vollmond am Meer und wir wurden sogar vierter von 9, angesichts der alteingesessenen Teilnehmer garnichtmal soo schlecht.
An fast der gleichen Stelle, also am Strand beim 40 Thieves, nur ein bisschen südlicher, haben Sabeth und ich einen anderen Abend verbracht, um einen Mondaufgang zu filmen. Der hat aber so lang auf sich warten lassen, dass uns kalt wurde und wir frühzeitig gegangen sind. Dafür haben wir aber grandiose Sterne gesehen. Die Fotos dazu sind auch ganz gut geworden.
Josis Schwester Sofia und ihr Mann Jakob sind letzten Freitag angekommen und haben sich Montag auf Safari gemacht. Wir erwarten sie grade jede Sekunde zurück. Bei der kleinen Party bei Christina am Samstag waren die allerdings auch noch dabei. Es gab leckeres Essen und so lala Wein, Pool und Lagerfeuermusik singende Menschen.
Außerdem haben wir unsere Reise durch Kenia geplant. Wir wollen nun nicht nur nach Nairobi, Nakuru und Kisumu, sondern auch zum Jademeer (der größte Wüstensee der Welt) nach Loyangalani und den letzten Monat in Isiolo verbringen, um ein Projekt einer Italienerin mit Straßenkindern zu unterstützen.
Im Moment fasten wir allerdings. Es gibt 5 Tage lang nichts zu essen, nur Wasser, gelegentlich Saft und Brühe. Das klappt soweit ganz gut. Und wir versuchen unsere Spendengelder zu retten. Durch die falsche Kontonummer in dem Artikel in der AZ haben wir wenig Spenden erhalten. Wir versuchen jetzt durch Kontaktaufnahme mit der Sparkasse die Spender zu ermitteln, die auf das falsche Konto gespendet haben, und den Fehler zu beheben. Auch hierüber und über unsere Projekte halten wir euch gerne auf dem Laufenden.
Jetzt sind Sofia und Jakob angekommen und wir gehen in den Swahili Pot, essen (bzw. trinken) und Doppelkopf spielen.
Viele Liebe Grüße
Sabeth und Niklas

3. Februar

Einen wunderschönen Tag!

Unser letzter Eintrag ist nun 5 Tage her und seitdem haben wir den teuersten Salat der Welt verputzt, Sabeth in Krankenhaus gebracht und wieder raus, eine Mitstreiterin verloren, abgefahrene Tänze gesehen und ein Akkordeon sowie Sonnenbrand bekommen.

Aber der Reihe nach!

Unserem Aufruf in der Zeitung sind Leute gefolgt und haben 2 Blockflöten und ein Akkordeon gespendet. Wer diese Leute sind weiß ich noch nicht, aber es ist ganz klasse von ihnen und wir freuen uns wahnsinnig. Jetzt müssen wir nur noch das Akkordeon hier runter kriegen. Und lernen wie man das spielt, aber wir schaffen das.

Die ganze Woche über hat sich Sabeth nicht so bombe gefühlt und so haben wir sie gestern ins Krankenhaus gebracht. Die haben sie dann erstmal eine Nacht dort behalten und heute wurde sie wieder entlassen. Für alle die sich Sorgen machen, es geht ihr gut und sie ist wieder auf dem Damm.

Zu Marlenes Abschied haben wir u.a. einen Palmherzsalat gegessen. Den mus man einer gefällten Kokosnusspalme entnehmen und er schmeckt nussig-lecker. Marlene ist dann heute morgen abgefahren, bzw geflogen. Das war schade aber ich denke, sie freut sich auch mal wieder nach hause zu kommen.

Aufgrund Marlenes Abfahrt waren wir vorher nochmal am Strand und da hab ich mir den schönsten Sonnenbrand der Welt zugezogen. Es ist rot, hat mir schlaflose Nächte bereitet und wirft Blässchen....

Das wars soweit von uns, Updates folgen!

Kwaheri!

28. Januar

Jambo!

Es ist viel passiert, seit wir uns das letzte Mal gemeldet haben. Wir hatten jede Menge Arbeit, die Fotos auszudrucken. Hier geht man schliesslich nicht mal eben zum nächsten dm. Also druchforsteten wir die 'Einkaufsstraße'  (eine 1m breite Gasse voller Menschen, gesäumt von Wellblechständen und wir als einzige Weiße) nach einem Laden, der Fotos druckt. Endlich gefunden dauerte das Ganze, ganz pole pole, natürlich nicht die angekündigte Stunde, sondern war am nächsten Tag immernoch nicht fertig. Dann haben wir versucht, den Rand abscheiden zu lassen, der aber nachher immernoch da war, nur hässlich abgeschippelt. Also machten wir alles in Handarbeit daheim, und bald schon waren die ersten Plakate fertig, die die Lehrer, Mitarbeiter und Leitung der Schule  vorstellen.
Samstag strichen wir in einer gemeinsamen Aktion mit Marelene die defekten Tafeln neu an, sodass man endlich wieder sehen konnte, was die Lehrer überhaupt anschrieben.

Am Sonntagabend kochten wir mit Florence afrikanisch. Ich muss gestehen, ich hatte mir das afrikanische Essen abwechslungsreicher und vor allem besser gewürzt vorgestellt. Es gibt meistens Reis oder Ugali (Ein Maisbrei) mit Linsen oder Bohnen.
Florence zeigte uns, wie wir Chapati, eine Art sehr sehr fettiger Pfannekuchen, und Mandazi, sehr sehr fettige, kleine, süße Teigbeutelchen, die in der Theorie nach Kokosnuss schmecken sollen, herstellt. Ihr seht, das Wort 'fettig' ist hier ein Symbol für gutes Essen... Es war sehr lustig und gesellig. Immer wieder fällt einem dbei auf, wasfür kleine Denkfehler da passieren. So geht man zB davon aus, dass die Chapati schneller fertig gebraten sind, wenn man fünfzehn aufeinander in die Pfanne schichtet und dann den ganzen Haufen immer wieder wendet. Oder man nimmt weder das Fleisch der Kokosnuss noch deren Milch für den Geschmack, sondern 'wäscht' nur das Fleisch in Wasser aus und benutzt dann das - ohne nennenswerten Effekt. Der Rest wird tragischerweise weggeworfen.

Montag bis Mittwoch fand unser Städtekompasskurs statt. Mit den Klassen 4 und 5 bauten wir kleine Kompasse selbst aus Flaschendeckeln und gepolten Nadeln. Beide Klassen hatten sich, obwohl es ein freiwilliger Kurs war, vollständig dafür gemeldet. Das hätte es in Deutschland nicht gegeben. Nachdem nun also das Prinzip eines Kompasses geklärt war, kam der Erdkundeteil. Wir gingen die Kontinente der Erde gemeinsam durch. Jede Gruppe Kinder bekam eine Weltstadt zugeordnet, die wir dann in unseren großen Kompass eintrugen und gemeinsam mit der Entfernung schließlich aufmalten. Wir hatten alle viel Spaß dabei.

Marelene macht,kurz vor ihrer Abreise, noch einen Trip nach Nairobi und hat sich sogar spontan noch entschlossen, Kisumu hinten dranzuhängen. Während dieser Zeit haben wir ihre Deutschstunden für die Lehrer und Mitarbeiter vollständig übernommen.

Außerdem hat jetzt unsere Dramaclass mit Theaterstück für den Closing Day gestartet. Das Volleyballfeld wurde von allen Schülern begeistert aufgenommen und ist unter Dauerbespielung. Mittlerweile ist auch Christina Missong (die Schulgründerin) und eine Bekannte angekommen. Vermutlich werden Niklas und ich ab nächster Woche die gezielte Föderung lernschwächerer Kinder übernehmen. Da unsere Schule privat ist, sind unsere Schüler den staatlichen Schulen um ca ein Jahr Stoff voraus, der mit neuen oder gewechselten Schülern natürlich aufgeholt werden muss. Zusätzlich haben wir momentan mindestens 4x die Woche um die 2 Std Stromausfall. Josi meinte, die letzten Monate hätte es so gut wie keine Ausfälle gegeben. Wir sind schon Pechvögel.

Letzten Donnerstag waren wir dann in Kwale, ein ca 40 km entfertes Dorf, in dem wir eine Schule besichtigen sollten. Nach einigem Hin und Her und Wegfindungsschwierigkeiten schickten wir Josi alleine zu der Schule, und machten und zu 2 auf, Kwale zu erkunden. Schnell trafen wir Daniel, der uns herumfürte und uns mnasi näherbringen wollte. Ein traditionelles Bier, dass aus dem Saft von Kokosnussbäumen hergestellt wird. Es schmeckt schrecklich. Danach führte er uns zur Kwale Girls Highschool, einem Mädcheninternat, welches von einem Holländischen Unternehmen unterstützt wird. Es war wirklich sehr interessant. Danach spürten wir ein kleines Restaurant auf (wobei der Begriff Restaurant hier etwas ganz anderes beschreibt , als in Deutschland), bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Hierbei erhöhten wir unsere Rekordzahl an Menschen, die in ein Matatu (etwa die Größe eines kleinen VWBullis)  passen, auf 27 + 6 Säcke Zement. 'Abenteuerlich' beschreibt unsere Rückreise also ganz gut.

Das wars für heute :) Bis zum nächsten Mal!
Kwaherini

Der Alltag zieht ein

19. Januar

Also  meine Lieben, heute hab ich die ehrenvolle Aufgabe euch von den letzten drei Tagen zu berichten. Zunächst einmal Folgendes: Wir machen beide viel Sport. Das werd ich also nicht mehr immer extra schreiben. In der letzen Zeit haben wir unsere Projekte vorangetrieben, also zumindest das Fotoprojekt. Wir haben von allen Lehrern und allen Klassen Fotos gemacht und jetzt auch schon den Druck in Auftrag gegeben. Außerdem haben wir jetzt bei den meisten Klassen auch den Unterricht begleitet, das war teils interessant, teils, genau wie damals in der Schulzeit, zum schnarchen. Desweiteren haben wir Marlenes Deutschunterricht für die Angestellten besucht und uns entschlossen den gemeinsam nach Marlenes Abfahrt weiter zu führen. Und ich mache die Drama Class. Das wird bestimmt witzig.
Wir bringen Barika täglich für ihre Infusionen zum Medical Care Centre. Morgen hat sie ihre letzte und ist fast schon wieder auf dem Damm.

Wir lernen grade ein bisschen Kiswahili, was hier eigentlich Swahili heißt, aber in unserem Lehrbuch stehen viele Vokabeln auch anders drin als wir die bei Madam Mwanamisi Hassan, der Swahili Lehrerin, lernen. Unsere Swahili Stunde ist jetzt immer vor der Schule. Oder auch ncht, hete it die nämlich schon ausgefallen.
Marlene hat mir so ein tolles Armband geschenkt, das Mücken fern hält. Ich war total begeistert und hab ohne Netz geschlafen. Sabeth auch. Da war ein Fehler. Wir haben die halbe  Nacht wach gelegen und Mücken abgewehrt. Letztlich könnte ein Bild beweisen, wie toll dieses doofe Armband schützt. Keine 5cm von dem Armband hab ich nen Mückenstich. Wir beide sind jetzt also ein bisschen aufgedunsen und während Sabeth den Stundenplan aufbesserte, hab ich heute aus unserem Zimmer eine Mückenfestung gebaut.

Und es gibt noch eine super Nachricht: Karsten, Bauingenieur aus dem Osten, Freund von Alex, und Fußballtrainer, der grade hier eine Woche Urlaub macht, hat gesagt, er will einen Fußballplatz sponsoren. Da es den schon gibt, haben wir uns den heute mal angeguckt. Er ist groß, voller Gras und Steinen und als Tore gibt es abgeschnittene Palmen. Alle fanden, naja, für Afrika halt ganz gut, Karsten war schockiert und hat schon fleißig geplant. Aluminium Tore, ein Häussen, wo die drin untergestellt werden können, den Platz von Steinen befreien, Wasserturm bauen, Zäune und einen Askari(Wachmann) um die Viehherden abzuhalten. Wenn das alles klappt, wird das großartig. Ein Fußballplatz, auf dem die umliegenden Schulen Turniere abhalten können. Außerdem wurden heute die Stangen für den Volleyballplatz "gepflanzt".

Heute haben wir darüberhinaus schonmal einen Kompass gebaut, den wir für unser Städtekompass Projekt brauchen.  
Sonst haben wir aus dem Eierhalter vom Kühlschrank einen provisorischen Notenständer gebaut, damit Sabeth Geige üben kann und halten immer Mittagsschläfchen, die immer länger werden, als geplant. Aber auch ansonsten muss man sehr spontan sein, denn die Pläne, die man so macht, kommen einfach nie zustande.

Endlich da

14.-15. Januar

 Das Wochenende kam uns sehr gelegen, denn so konnten wir ersteinmal die Gegend erkunden und uns einrichten. Samstag schliefen wir aus und gingen dann am späten Vormittag zur Schule, wo wir ein Video von Ibrahim und Fridah machten, die nach dem Tod ihrer Mutter bei ihrer Tante leben und um Hilfe baten, da ihr Dach eingestürzt ist und ihr Zimmer deswegen nicht mehr bewohnbar ist.  Danach zogen wir los und besuchten die Familien um die Reparatur der zwei Dächer zu regeln.Auch Barika, die alleine mit ihrer Großmutter wohnt, hat ein kaputtes Dach. Sie war außerdem sehr krank und glühte vor Fieber. Wir kümmerten uns so gut es ging um sie. Abends gingen wir aus in eine Bar namens Tandoori.

 

Sonntag schliefen wir nach durchtanzter Nacht aus und fuhren dann mit dem Matatu zum Kim4Love Beach. Hier zeigt sich ganz deutlich der Unterschied zwischen der Touristenwelt und der Welt der Einheimischen. Dazwichen liegen Welten, und wir hängen irgendwo dazwischen, weil wir beides miterleben. Das ist ein merkürdiges Gefühl. Niklas und ich waren natürlich überwältigt vom Paradiesstrand mit weißem Sand und hellblauem Wasser. Vor der Küste liegt ein Korallenriff, das man, da Ebbe war, sogar ein bisschen sehen konnte.
Wir verbrachten den Tag also ganz faul am Strand und sahen Abends noch Kim (nach dem der Strandabschnitt benannt wurde) und seiner Band zu, um den Tag ausklingen zu lassen. Zu Hause angekommen erlebten wir unseren ersten und vermutlich längst nicht einzigen Stromausfall. Also saßen wir 2 Std im Dunkeln bei Kerzenschein und spielten Karten.

Montagmorgen standen wir früh auf, um vor der Schule voller guter Vorsätze Frühsport zu betreiben :) Dann war aber auch erstmal Schluss mit Ferien. Barika, dem kranken Mädchen von dem ich schrieb, ging es seit Samstag immernoch nicht besser, sodass wir sie zum Medical Centre brachten. Dort wurde sie untersucht und später eine Blutanalyse gemacht. Heraus kam nichts Gutes.
Eine schwere bakterielle Infektion, die sie wohl ohne Behandlung nicht überstanden hätte.
Danach besuchten Niklas und ich endlich verschiedene Unterrichte in den höheren Klassen, um uns ein Bild von der Arbeit der Lehrer zu machen und die Schüler näher kennenzulernen. Jetzt gleich kocht Alex für uns, das wird bestimmt lecker.

12.-13. Januar

Unser Flieger :)
Unser Flieger :)

Um 15:50 am Donnerstag ging die Reise am Aachener Hbf los. Vorher gabs in aller Eile noch letzte Besorgungen zu machen. Am Düsseldorfer Hbf trafen wir noch Tim zum 2 Minuten Blitzabschied, um wieder schnell in den Zug zum Düsseldorfer Flughafen zu springen. Es kam ganz nach Murphys Gesetz und wir schaffen es mit unseren großen Koffern nicht rechtzeitig durch den überfüllten Zug zum Ausgang und die Tür schloss sich vor meinen Augen. Also fuhren wir unfreiwillig eine Station zu weit, nur um dann durch den Bahnhof zu hetzen und in die gleiche Richtung wieder zurückzufahren.

Tausende Zoll-, Einreise-, Ausreise und Visazettel, mit denen wir uns mitten in der Nacht im Flieger rumschlagen durften.
Tausende Zoll-, Einreise-, Ausreise und Visazettel, mit denen wir uns mitten in der Nacht im Flieger rumschlagen durften.

Endlich am richtigen Bahnhof angekommen, nahmen wir das Skyshuttle zum Terminal. Das Teil ist zwar eigentlich ziemlich unnötig, aber cool :) Man schwebt über der Straße um Parkhäuser herum und freut sich. Schnell noch ein bisschen umpacken, Koffer aufgeben und am Terminal 2 Std die neue Kamera ausprobieren. Wir also 8 1/2 Stunden geflogen, mit Essen und Film und ohne Schlaf, gelandet, ausgestiegen, planmäßig um 6:30 und WUSCH,werden von einer Wand aus 26C° warmer, feuchter Luft begrüßt. Nach einigem Hü und Hott haben wir auch unser Gepäck gekriegt, schlugen uns mit einem Dutzend aufdringlicher Taxifahrer rum und fanden schließlich Josi und Alan, die uns abholten.

Pizza mit Josi, Marlene und Alex
Pizza mit Josi, Marlene und Alex

Der Weg durch Mombasa war merkwürdig. 80% der dort lebenden Menschen wohnen in den Slums um die Stadt herum. Wir fuhren also anSoldaten mit Gewehren und einer nicht enden wollenden Reihe von Wellblechhütten vorbei nur um zu erfahren, dass es die Stadt selber ist und nicht nur ein Vorort. In Ukunda angekommen haben wir dann erstmal 21800 Schilling gewechselt. Das ist doch mal ne Ansage. Und mit dem Zaster in der Tasche eingekauft. Dann haben wir erstmal Schlaf nachgeholt und uns die Schule angeguckt. Abends erlebten wir unsere erste Fahrt mit dem Matatu. Kleine Busse, in die sich jede Menge Menschen reinquetschen, wo aber auch immer die Gute-Laune-Musik bis zum Anschlag aufgedreht ist. Wir fuhren zu einer nette Bar, tranken frische Fruchtsäfte und aßen Pizza (nicht sehr Landestypisch, ich weiß, aber lecker wars). Jetzt sind wir einfach nur unglaublich müde, schließlich haben wir die letzte Nacht nicht geschlafen.

 

 

Die heiße Phase

Skype mit Klara, David und dem Indianer
Skype mit Klara, David und dem Indianer

Der Flug ist gebucht, die Koffer werden gepackt, die Abschiedsparty vorbei. Die letzten Tage vor dem Abflug sind vollgestopft mit letzten Freundebesuchen und Organisationskram. Jetzt, wo das Datum feststeht, ist das Ganze überreal. Da bekommt man glatt jetzt schon Heimweh, obwohl man noch daheim ist. Trotzdem, die Vorfreude lässt sich nicht leugnen! :) Das nächste halbe Jahr wird wohl das ereignisreichste meines bisherigen Lebens, und das ist auch gut so!

Hier sind wir gerade