Bauvorgang

Keiner hier außer den Touristen hat einen Ofen. Das Essen wird entweder frittiert oder gebraten, man hat sich an die Gegebenheiten angepasst. Dennoch wird Brot immer mit viel Begeisterung, wenn es denn mal da ist, aufgenommen. Das war der Anlass für uns, die Idee für einen schuleigenen Steinofen zu erspinnen. Je länger die Idee in unseren Köpfen war, desto realistischer wurde sie. Und als wir Jakob dann, als erfahrener Hobbymaurer, an unserer Seite fanden, wurde das Projekt plötzlich Realität. Einen Steinofen bauen, den Frauen und Kindern Brot und Kuchen backen beibringen, damit sie diese dann an an die umliegenden Shops verkaufen können und sich so ein eigenes Geschäft aufbauen können.

 

Der erste Schritt war der Bauplan.  Den fanden wir im Internet, also NIklas hat den irgendwo gefunden. Wir durften ihn, da er für einen guten Zweck ist, umsonst benutzen, was wirklich sehr nett war.

Als die Planungsphase abgeschlossen war, hoben Niklas und Jakob das Fundament aus. Das stellte sich als etwas Schwierig heraus, denn der Boden ist hier sehr bröckelig uns staubig, sodass wir befürchten mussten, dass schon das Fundament nicht hält. Letzenendens ist es zwar ein tiefes, aber doch ein festes Fundament geworden. DasLoch wurdedann mit Beton gefüllt. Den kann man hier nicht so bestellen, also musste das Ganze immer wieder per Hand aus Kokotto, Zement und Sand angerührt werden.

Danach machten wir uns an die erste Mauer. Wieder einmal sahen wir uns ungeahnten Schwierigkeiten gegenüber: Die Steine, die man hier bekommt sind alle komplett unterschiedlich, haben also einen Spielraum in alle Richtungen von etwa 5 cm, was das bauen sehr umständlich macht. Außerdem beginnen die Steine, sobald sie gewässert werden, was bei diesen Temperaturen äußerst notwendig ist, zu bröckeln. Aber richtig... Wir müssen die Steine also durch wasserfesten Anstrich vor der Regenzeit schützen. Auch müssen sie dann beim Mauern mit Samthandschuhen angefasst werden, damit man nicht ausversehen etwas im noch nassen Zustand kaputt macht.

Die Eckpfeiler machten wir aus den selben Steinen wie die unterste Reihe, die Lücken füllten wir mit robusten Fenstersteinen aus. Endlich mal Steine, die tun, was sie tun sollen. Aber auch hier sind die Maße wieder relativ. Die Fenstersteine sind dazu da, die Durchlüftung des Feuerholzes zu sichern, das später unter dem eigentlichen Ofen gelagert werden soll.

Anschließend kam der bisher schwierigste Teil der Arbeit: Die Betonplatte musste gegossen werden. Also machten wir uns an den Bau der Seitenschalung und konstruierten eine Art Tisch innerhalb der Ofenmauern, der die rund 600 kg Beton halten sollte. Danach musste es schnell gehen. Mit der Hilfe von Joseph, dem Gärtner und Dalu, dem Hausmeister -Jakob war inzwischen abgereist- musste der Beton zügig angerührt, die Stahlstreben eingelassen und die Schalung anschließend mit dem restlichen Beton angefüllt werden.

Mittlerweile ist die Platte soweit getrocknet, dass wir die Seitenschalung abnehmen konnten. Der nächste Schritt wird die feuerfeste Schicht sein, die die Hitze später im Inneren des Ofen halten soll. Schon jetzt bereitet uns die Sache einige Kopfschmerzen, denn das Material ist hier schwer zu bekommen und äußerst kostspielig.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Kwaheri

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